Autor: Johannes Bluth • Zuletzt aktualisiert am • Kategorie: Verwaltung • Lesezeit: 3 Min.

WEG: In 6 Schritten zur klimafreundlichen Modernisierung

© Bill Meads | Pexels

    Die Ampel-Koalition hat die Gebäudesanierung als einen der wichtigsten Bausteine für mehr Klimaschutz ausgewiesen. Das erklärte Ziel: bis 2050 sollen alle Gebäude klimaneutral sein; also auch der Baubestand Ihrer Wohnungseigentümergemeinschaft. Die Zeit drängt: aktuellen Zahlen zufolge sind 70 % der Wohnungen in WEGs unsaniert – dieser Wert muss dringend verringert werden.

    In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen auf, welche konkreten Maßnahmen zur Klimaneutralität Sie in Ihrer WEG umsetzen können und unter welchen Voraussetzung.

    Ob Solaranlage, Dämmung oder Wärmepumpe – viele Möglichkeiten kommen in Betracht, um die CO2-Bilanz Ihres Hauses zu verbessern.

    In 6 Schritten zur energetischen Modernisierung [Checkliste]

    1. Informieren & werben

    In einer WEG braucht jedes Vorhaben eine Mehrheit der Wohnungseigentümer. Daher sollten Sie zuerst miteinander ins Gespräch kommen. Wenn sich bereits eine Mehrheit für eine bestimmte Maßnahme abzeichnet, können Sie die Beauftragung einer Energieberatung als Beschlussvorlage in die nächste Eigentümerversammlung einbringen.

    Holen Sie dazu am besten auch den Verwaltungsbeirat an den Tisch, dieser kann Ihnen evtl. dabei helfen, entsprechende Angebote einzuholen.

    2. Energieberatung

    Der erste wichtige Meilenstein zur Modernisierung des Gemeinschaftseigentums ist eine Energieberatung. Dabei wird der energetische Zustand des Hauses von Fachleuten auf Herz und Nieren geprüft. Anschließend erhält Ihre WEG eine schriftliche Empfehlung zu den geplanten Modernisierungsvorhaben.

    Es gibt zahlreiche Anbieter für Energieberatungen, Termine sind nicht immer leicht zu bekommen. Von daher lohnt sich eine frühzeitige Anfrage!

    3. Ergebnisvorstellung

    In einer weiteren Versammlung sollten die Ergebnisse gemeinsam diskutiert werden. Bewährt hat sich, den oder die Energieberater/-in zu einer Präsentation persönlich einzuladen. So können offene Fragen direkt und ohne Umwege geklärt werden.

    Wenn die Entscheidung über den Beschluss bereits in der Tagesordnung steht, können Sie die Handlungsempfehlungen mit der erforderlichen Mehrheit beschließen. Der nächste Schritt ist dann eine Fachberatung.

    4. Fachberatung

    In der Fachberatung werden alle Argumente für oder gegen bestimmte Modernisierungsmaßnahmen genau abgewogen. Besonders wichtig ist, dass der oder die Fachberater/-in die geplanten Kosten exakt durchrechnet und somit Planungssicherheit herstellt. Dazu werden auch bereits Angebote von Handwerksbetrieben eingeholt und anschließend ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung erstellt.

    5. Entscheidung treffen

    Auf der dritten Eigentümerversammlung kann dann entschieden werden, ob und welche Maßnahmen aus der Fachberatung umgesetzt werden. Hier geht es dann auch ums Geld, denn es gibt diverse Möglichkeiten zur Finanzierung:

    Sinnvoll ist zudem, aus den Reihen der Eigentümer einen Bauausschuss zu wählen, der die Baumaßnahmen begleitet. Wenn bereits Angebote von Handwerksbetrieben vorliegen, können diese nach dem Beschluss in Auftrag gegeben werden. Der Fachberater/die Fachberaterin wird die WEG bis zum Abschluss des Projekts begleiten und das Bauvorhaben am Ende auch fachlich abnehmen.

    Legen Sie fest, wie alle Akteure miteinander kommunizieren. Regelmäßige Updates zum Stand der Baumaßnahmen sorgen für Transparenz und ein gutes Gemeinschaftsgefühl.

    6. Energieverbrauch überprüfen

    Prüfen Sie unbedingt, ob und wie sich ihr Energieverbrauch nach erfolgreicher Sanierung ändert. Natürlich ist der Verbrauch von Strom und Wärme ein relativer Faktor, dennoch sollten Sie langfristig eine deutliche Einsparung bemerken.

    Tipp: Für eine noch bessere Übersicht der erwähnten Schritte haben wir für Sie eine kostenlose Checkliste zum Herunterladen vorbereitet. Nun steht Ihren Sanierungsmaßnahmen nichts mehr im Wege!

    Extra-Tipp: Wie bekomme ich Photovoltaik auf’s Dach?

    Viele Studien belegen, dass Mehrfamilienhäuser besonders selten mit Solaranlagen ausgestattet sind. Das liegt unter anderem an den komplizierten und langwierigen Abstimmungsprozessen in WEGs. Wie es Ihnen dennoch gelingt, eine Photovoltaik-Anlage in Angriff zu nehmen, zeigt folgendes Video:

    Vorschaubild Youtube-Anleitung Solaranlage WEG